Bebauungsplan-Nr. 605 Lebensqualität
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DIE PROBLEMATIK
Änderung des rechtsgültigen Bebauungsplans
Durch die Änderung des rechtsgültigen Bebauungsplans Nr. 331 A und die Umsetzung des Bebauungsplans Nr. 605 wird die sinnvolle Abstufung zwischen Industrie, Gewerbe, Grünfläche und Wohnbebauung nicht mehr berücksichtigt. Die Ansiedlung von TKMI wird die Vermarktung der bisher unverkauften Flurstücke, die im Bebauungsplan Nr. 331 A für mittelständische Betriebe vorgesehen sind, erschweren, da sich gewerbliche Neuansiedler in Ausübung ihrer Tätigkeiten im Schatten eines solchen Industrie-Giganten und dem damit verbundenen hohen Verkehrsaufkommen beeinträchtigt fühlen werden. In der heutigen Zeit geht der Trend immer mehr in Richtung grüne Gewerbeparks, wie z. B. „Im Erlengrund“, „Am Kaisergarten“. Warum nicht auch hier?


Mangelnde Aufklärung seitens der Stadtverwaltung
Gerecht wurde das Informationsblatt dem Anlass nicht, als die Anrainer des Waldteichgebiets am 14.05.2008 zu einer Bürgerversammlung eingeladen und von dem Grund der Bebauungsplanänderung informiert wurden. Da die Ausmaße des anstehenden Projektes bis zu diesem Zeitpunkt nicht ersichtlich waren, ist die Beteiligung der Bürger auch eher verhalten gewesen. Seitens der Stadt wurde von den Anwohnern anscheinend nur ein Abnicken des Projektes erwartet. Von einer gewollten ausführlichen Bürgerbeteiligung konnte nicht die Rede sein.



Hier können Sie sich das oben angesprochene Informationsblatt herunterladen.

Lesen auch den Artikel von Gustav Wentz, NRZ (12.07.2008) mit der Überschrift „Was man weiß und wissen sollte“. Klicken Sie hier oder rufen Sie den Artikel gleich unter dem Menüpunkt „Veröffentlichungen“ auf.


Planungsänderung zugunsten von ThyssenKrupp
Allem Anschein nach handelt es sich bei dem Projekt nicht um eine städtische langfristige Gesamtplanung, sondern vielmehr um ein für ThyssenKrupp gestrickte Bebauungsplanänderung, die Ansiedlung von ThyssenKrupp erst ermöglicht.


Re-Industrialisierung der Großindustrie des Ruhrgebiets
Das Ruhrgebiet strukturiert sich neu. Der Imagewandel vom Standort der Großindustrie zu einem Freizeit-, Kultur- und Erholungsgebiet, mit kleinen und mittleren Gewerbeansiedlungen versehen, ist im vollen Gange. Bestes Beispiel hierfür sind der Duisburger Landschaftspark Nord, die Zeche Zollverein und die grünen Gewerbeparks.

Nun macht Oberhausen einen entscheidenden Schritt zurück. Durch die Ansiedlung des ThyssenKrupp Material International Logistikcenters für Rohre und der Änderung des Waldteichgebiets in ein Industriegebiet. Die Dimension des Bauvorhabens erinnert an die damalige Großindustrie im Ruhrgebiet.


Naturschutz: Gefahr für das Biotop im Waldteich
In Sachen Naturschutz, Imagewandel des Ruhrgebiets und die damit zusammenhängende Bezuschussung mehrerer Millionen Euro ist auch für Oberhausen nicht uninteressant. Daher nimmt der Regionalverband Ruhr und die biologischen Stationen des westlichen und östlichen Ruhrgebietes am „Bundeswettbewerb Naturschutzgroßgebiete und ländliche Entwicklung“ des Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministeriums teil. So kommen in Oberhausen die Brache Vondern, das Waldteichgelände und Teile des Gleisparks in Frage.

Allerdings sieht der Bebauungsplan Nr. 605 eine deutliche Verkleinerung des Biotops im Waldteichgebiet vor, so das anzunehmen ist, dass dem Biotop keine Chance gegeben wird.


Unverhältnismäßig hohes Verkehrsaufkommen
Und wieder erzittern die Tassen im Küchenschrank. Die Belastung durch PKW und LKW ist jetzt schon sehr hoch. Mit der Ansiedlung von TKMI wird sie jedoch um ein Vielfaches steigen. Dem Bebauungsplan Nr. 605 und der verkehrstechnischen Gutachten ist zu entnehmen, dass täglich mit einer zusätzlichen Belastung von mindestens 300 LKW zu rechnen ist. Maximal kann die Frequenz auf 1080 LKW steigen.

Abgesehen von den steigenden Lärm- und Schadstoffimmissionen im Besonderen auch der in den Medien oft erwähnten und diskutierten Feinstaubbelastung, ist die heutige Infrastruktur nicht für ein solches Verkehrsaufkommen ausgelegt. Heute schon sind während der üblichen Stoßzeiten im Kreuzungsbereich der Erlen- und Weißensteinstraße lange Rückstaus zu beobachten.

Ein weiterer neuralgische Verkehrknotenpunkt ist die Autobahnauffahrt „Holten“. Hier verursacht das Auffahren der Berufspendler bereits heute einen Rückstau auf den Autobahnen sowie auf der Auf- und Abfahrt selbst.

Das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die Ansiedlung weiterer Unternehmen auf den Freiflächen des Bebauungsplans Nr. 331 A wurde nicht berücksichtigt. Ebenso wenig wurde das zukünftige Verkehrsaufkommen berücksichtigt, das entsteht, wenn das Waldteichgelände auf der anderen Seite der Autobahn (Bebauungsplan 361 B) erschlossen wird. Das dort entstehende Verkehrsaufkommen soll nach Aussage der Stadtverwaltung ebenfalls über den Knotenpunkt Erlen- und Weißensteinstraße zur Autobahn geführt werden.


Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Feinstaubbelastung
Abgesehen von der noch nicht einzuschätzenden Lärmentwicklung auf dem TKMI Firmengelände, ist mit einer deutlichen Erhöhung der Lärm- und Feinstaubentwicklung auf den umliegenden Straßen zu rechnen.

Des Weiteren wird unsere Region schon jetzt mit einer hohen Luftverschmutzung, hervorgerufen durch die bereits installierten Gewerbe- und Industriefirmen konfrontiert. Nicht zuletzt durch das Stahl- und Hüttenwerk von ThyssenKrupp im Duisburger Norden in deren westlichen Hauptwindrichtung unsere Region liegt.


Wertminderung anliegender Privatgrundstücke in den Stadtteilen Holten, Schmachtendorf und Sterkrade
Im Jahre 1996 wurde der rechtsgültige Bebauungsplan Nr. 331 A zwischen den Anwohnern und der Stadtverwaltung einvernehmlich verabschiedet. Vertrauend auf den Bebauungsplan Nr. 331 A sind weitere Wohnbebauungen entstanden, die unmittelbar an das Gewerbegebiet angrenzen.

Sollte sich der Bebauungsplan Nr. 605 behaupten, ist mit einer Verschlechterung der Grundstückswerte zu rechnen. Das Wohnungsangebot von bereits vorhandenen Mietobjekten wird sich künftig schwieriger gestalten, als es jetzt schon ist.

 
Anstehende Termine
29.01.2009
37. Sitzung der Bezirksvertretung Sterkrade
(möglicher Punkt der Tagesordnung ist der Bebauungsplan Nr. 605)
Weitere Informationen nach Vorlage der Tagesordnung.


09.02.2009
Sitzung des Rates der Stadt
(möglicher Punkt der Tagesordnung ist der Bebauungsplan Nr. 605)
Weitere Informationen nach Vorlage der Tagesordnung.